Onkologische Erkrankungen haben die beste Prognose, wenn sie früh entdeckt werden. 

In der Haut und Unterhaut können sich verschiedenste Umfangsvermehrungen bilden, die sowohl benigne (gutartig) als auch maligne (bösartig) sein können. Durch Abtasten können wir dies nie mit Sicherheit feststellen. 

Auch in der Brust- und Bauchhöhle können Umfangsvermehrungen wachsen, die man häufig erst spät bemerkt, da sich die Tiere normal verhalten. 

Deshalb werden wir bei neuen Umfangsvermehrungen, die auch schnell wachsen oder verdächtig für ein bösartiges Geschehen sind, zu einer Probenentnahme raten:

  • Eine Feinnadelaspiration ist die Gewinnung von Zellen durch die Punktion der Umfangsvermehrung mit einer feinen Nadel. Das ist wenig schmerzhaft und der Patient benötigt keine Narkose dafür. Die Zellen werden dann von einem Pathologen untersucht und dieser kann in circa 80% der Fälle eine Diagnose stellen.  Das Ergebnis haben wir nach 1-2 Werktagen.
  • Sollte die Feinnadelaspiration nicht zu einer eindeutigen Diagnose führen, werden wir zu einer Stanz- oder True-Cut-Biopsie raten, bei der ein größeres Gewebestück entnommen wird. Das kann nur unter Sedation erfolgen und ist daher der zweite Schritt. Anschließend wird das Probenmaterial zum Pathologen geschickt. Das Untersuchungsergebnis kann bis zu 10 Werktage dauern.
Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach dem histologischen Befund vom Pathologen. 
Bei vielen Tumorösen Veränderungen ist eine chirurgische Entfernung angezeigt. 
Es gibt aber auch Tumore, zB das Maligne Lymphom, das auf eine medikamentöse Therapie (Chemotherapie) deutlich besser anspricht. 
Sollten Tumore nicht komplett und mit ausreichend Sicherheitsabstand entfernt werden können, ist nach Abschluss der Wundheilung eine medikamentöse Therapie oder Bestrahlung angeraten. 

Dazu beraten wir sie ausführlich und individuell in einem Besprechungstermin nachdem das histologische Ergebnis vorliegt. 

Wie läuft eine Chemotherapie ab?

Es gibt intravenöse Chemotherapien die im Abstand von 1-3 Wochen bei uns in der Praxis in die Vene verabreicht werden müssen. Vor jeder Gabe muss eine Blutkontrolle erfolgen, da die Blutzellen auch durch die Medikamente angegriffen werden. Es wird ein Venenzugang gelegt und dann bekommt ihr Liebling eine Infusion mit dem Medikament. Das dauert je nach Wirkstoff zwischen 10 und 30min. 

Weiterhin besteht die Möglichkeit eine Chemotherapie in Form von Tabletten zu Hause zu geben, wenn die Tumorart darauf anspricht. Auch hier ist eine Blutkontrolle alle 4-6 Wochen notwenig, um die Dosierung anpassen zu können. 

Die Chemotherapie hat immer das Ziel ihrem Liebling gute Lebensqualität zu schenken. Daher sind die Dosierungen in der Tiermedizin wesentlich geringer und nicht vergleichbar mit den Nebenwirkungen, die in der Humanmedizin auftreten. 

Unsere Patienten zeigen manchmal Erbrechen oder Durchfall und bekommen natürlich am Tag der Chemotherapie und am Darauffolgenden ein Medikament gegen Übelkeit. Da die Blutzellen mit angegriffen werden, ist es wichtig die Blutkontrollen einzuhalten um eine Nebenwirkung in Form von Infektionen oder sogar Blutvergiftungen zu vermeiden.  Sollten bei ihrem Liebling Nebenwirkungen auftreten, werden wir natürlich die Dosis der Therapie anpassen.

Wie läuft eine Bestrahlung ab?

Für eine Bestrahlung müssen wir sie an die Tierklinik Hofheim oder an Equinox bei Frankfurt überweisen. 

Bestrahlungen werden wir dann anraten, wenn die Tumorart besonders gut auf eine Bestrahlung anspricht z.B. Nasenhölentumore oder um das Tumorbett nach einer chirurgischen Entfernung eines Tumor ohne ausreichend Sicherheitsabstand zu behandeln und eventuell verbliebene Tumorzellen im mikroskopischen Bereich abzutöten. 

Für eine Bestrahlung muss ihr Liebling in eine kurze Narkose gelegt werden. Die Behandlung dauert in der Regel zwischen 5 und 30 Minuten und muss in mehreren Sitzungen durchgeführt werden. Dazu werden sie individuell von uns beraten.