Category: Allgemein

26. Februar 2026 by Alexandra Haber 0 Comments

Umweltallergie – Warum eine gründliche Diagnostik so wichtig ist – Teil 3

Umweltallergien

Heute beschäftigen wir uns ausführlicher mit den sogenannten Umweltallergien, die bei vielen Tieren – besonders bei Hunden und Katzen – zu chronischen oder immer wiederkehrenden Beschwerden führen können. Typische Symptome sind unter anderem häufige Ohrenentzündungen, starker Juckreiz, Rötungen der Haut sowie vermehrtes Lecken oder Putzen, insbesondere an Pfoten, Bauch und Beinen. Viele Tierhalter denken zunächst an Parasiten oder eine Futtermittelunverträglichkeit, doch auch Umweltallergien sind nicht selten die Ursache dafür.

Was zählt alles zu Umweltallergien?

Der Begriff umfasst eine Vielzahl allergieauslösender Stoffe, die in der alltäglichen Umgebung des Tieres vorkommen.

Dazu gehören vor allem:

  • Gräser und Kräuter – besonders häufig im Frühling und Sommer.
  • Bäume – wie Birke, Erle, Hasel oder verschiedene Nadelbäume.
  • Milben – darunter Hausstaubmilben und Vorratsmilben, die ganzjährig Symptome verursachen können.
  • Schimmelpilze – sowohl in Innenräumen als auch draußen in feuchter Umgebung.
  • Flohspeichel – eine sehr häufige, oft unterschätzte Ursache für starken Juckreiz vor allem bei der Katze.

Da diese Allergene überall in der Umwelt zu finden sind, können Tiere ihnen kaum ausweichen. Deshalb ist eine gründliche diagnostische Abklärung besonders wichtig.

Warum ist eine umfangreiche Diagnostik notwendig?

Viele Symptome ähneln sich bei unterschiedlichen Ursachen. Um gezielt behandeln zu können, empfiehlt sich eine große Blutuntersuchung, mit der festgestellt werden kann, ob das Immunsystem des Tieres auf bestimmte Umweltallergene überreagiert. Zeigt das Ergebnis Auffälligkeiten, können diese Werte im Labor weiter aufgeschlüsselt werden, um die genauen Allergenauslöser zu bestimmen.

Möglichkeiten der Behandlung

Stellt sich heraus, dass eine Umweltallergie vorliegt, gibt es die Möglichkeit, eine maßgeschneiderte Desensibilisierungslösung herstellen zu lassen.
Diese Therapieform – auch Desensibilisierung genannt – hilft dem Immunsystem, sich langfristig an die problematischen Allergene zu gewöhnen. Ziel ist es, die Symptome deutlich zu reduzieren und dem Tier ein möglichst beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.

Da die Desensibilisierung langsam wirkt und eine lebenslange Therapie darstellt, können in der Übergangszeit unterstützende Medikamente eingesetzt werden. Diese lindern den Juckreiz, beruhigen die Haut und helfen, akute Phasen besser zu überstehen, bis die eigentliche Therapie zu greifen beginnt.

Bei Fragen hierzu können Sie sich jederzeit bei uns melden

Ihr Team vom Kleintierzentrum

19. Februar 2026 by Alexandra Haber 0 Comments

Futtermittelallergie oder IBD? – Warum eine gründliche Diagnostik so wichtig ist – Teil 2

In unserer Praxis sehen wir immer mehr Patienten mit unspezifischen, aber belastenden Symptomen wie Juckreiz, Hautrötungen, wiederkehrenden Ohrenentzündungen, Haarausfall sowie Erbrechen, Durchfall, Schleim oder sogar Blut im Kot. Diese Beschwerden können viele Ursachen haben – besonders häufig stehen zwei Erkrankungen im Raum, die sehr ähnliche Symptome zeigen: Futtermittelallergien und IBD (Inflammatory Bowel Disease).

 

Futtermittelallergie – Wenn das Immunsystem auf Futter reagiert

Eine Futtermittelallergie entsteht, wenn das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Bestandteile des Futters reagiert. Häufige Auslöser sind tierische Eiweiße wie Rind, Huhn, Lamm oder Fisch – aber auch Getreide, Milchprodukte, Eier oder Zusatzstoffe 👀

 

Diagnose:

Der Goldstandard ist eine Eliminationsdiät über mindestens 6 Wochen besser 12 Wochen. Das Tier erhält dabei ausschließlich eine neue Proteinquelle plus eine neue Kohlenhydratquelle (z. B. Pferd + Pastinake, Känguru + Süßkartoffel). Alternativ können stark hydrolysierte Diäten eingesetzt werden. Bessern sich die Symptome, ist die Diagnose sehr wahrscheinlich gestellt. Wichtig: lebenslang konsequent allergenfrei füttern – kleine Fehler reichen für Rückfälle 🚫

 

Weshalb Futterberatung so entscheidend ist

Die richtige Ernährung ist bei beiden Erkrankungen zentral. Fachkundige Beratung hilft, geeignete Diäten zu wählen, Fehler zu vermeiden, Rückfälle zu verhindern und die langfristige Gesundheit des Tieres zu sichern 🐱

 

Ihr Kleintierzentrum Münchberg Team 🐾

12. Februar 2026 by Alexandra Haber 0 Comments

🐾 Futtermittelallergie oder IBD? – Warum eine gründliche Diagnostik so wichtig ist – Teil 1 🐾

🐾 Futtermittelallergie oder IBD? – Warum eine gründliche Diagnostik so wichtig ist – Teil 1 🐾

IBD – Chronische Entzündung des Magen-Darm-Trakts

Die Inflammatory Bowel Disease (IBD) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Traktes. Anders als bei einer Futtermittelallergie richtet sich hier das Immunsystem gegen die eigene Darmschleimhaut.

Die Folgen sind:

Entzündungen des Magen- und/oder Darmgewebes,

Störungen der Verdauung,

schlechte Aufnahme von Nährstoffen

und langfristig oft Gewichtsverlust, Leistungsabfall und chronische Beschwerden.

IBD tritt häufig schubweise auf und kann unbehandelt zu deutlichen Einschränkungen der Lebensqualität führen.

Wie unterscheidet man IBD von einer Futtermittelallergie?

Da beide Erkrankungen ähnliche Symptome zeigen, ist eine gründliche Diagnostik enorm wichtig.

Diese beinhaltet:

Anamnese (Krankheitsgeschichte)

Blutuntersuchungen

Kotuntersuchungen

Bildgebung (z. B. Ultraschall und evtl. Endoskopie)

Futteranamnese

Eliminationsdiät

in einigen Fällen sogar Magen-Darm-Biopsien

Die endgültige Diagnose ergibt sich häufig aus der Kombination mehrerer Ergebnisse bzw. durch Ausschluss der anderen Möglichkeiten

Warum eine fachkundige Futterberatung so entscheidend ist?

Die richtige Ernährung spielt sowohl bei Futtermittelallergien als auch bei IBD eine zentrale Rolle. Gerade deshalb ist eine professionelle Futterberatung wichtig, um:

geeignete Diäten auszuwählen,

Fehler bei der Durchführung zu vermeiden,

Rückfälle zu verhindern

und die langfristige Gesundheit des Tieres zu unterstützen.

Nur durch eine korrekte Unterscheidung zwischen Futtermittelallergie und IBD lässt sich eine sinnvolle und nachhaltige Therapie planen – individuell abgestimmt auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten! 😊

Bei Fragen hierzu können Sie sich jederzeit bei uns melden

Ihr Team vom Kleintierzentrum 🐱🐾

7. August 2025 by Alexandra Haber 0 Comments

Herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit, liebe Alina & lieber Patrick! 💍🐾

Wir freuen uns riesig mit dir über diesen besonderen Tag.

Als Kollegin schätzen wir dich sehr – und am Samstag durften wir dich voller Freude beim Spalierstehen auf eurem Weg ins Eheglück begleiten. 💐

Alles Liebe und nur das Beste für eure gemeinsame Zukunft – voller Glück, Vertrauen und ganz viel Liebe! ❤️

9. April 2025 by Alexandra Haber 0 Comments

Fremdkörperaufnahme bei Hund und Katze

Leider werden uns immer wieder Hunde und auch Katzen vorgestellt, die etwas gefressen haben, dass nicht für sie bestimmt war. Darunter fallen natürlich vorallem Dinge wie Süßigkeiten, Sachen die sie draußen gefunden haben, oder Essen vom Tisch. 🍫

 Schlimmstenfalls aber auch Fremdkörper wie Fleisch das Schaschlikspieße enthält, aber auch Dinge mit denen man als Tierhalter nicht rechnet, wie Steine, Tabletten, Haargummi, oder Spielzeuge. ⚠️

Dabei sind Hunde natürlich etwas mehr betroffen, aber man sollte auch bei seiner Katze immer daran denken, ob sie bei entsprechender Symptomatik wie Durchfall, Erbrechen und Appetitlosigkeit nicht etwas aufgenommen haben könnten. Gerade Spielzeit mit Fäden sind für Katzen sehr interessant, aber zugleich auch wahnsinnig gefährlich. Die Fäden können sich, gerade wenn sie noch etwas dranhängen haben im Magen-Darmtrakt oder unter der Zunge verhaken und so große Schäden am Darm machen. Dieser versucht den Faden dann weiter zu transportieren was jedoch aufgrund seines Ankers nicht funktioniert. Dabei wird der Darm durch den Faden regelrecht aufgeschnitten und durch den Austritt von Darminhalt kommt es zu einer Bauchfellentzündung und Blutvergiftung, woran das Tier versterben kann. 

Solltet ihr eine Fremdkörperaufnahme beobachtet haben dann raten wir das Tier so schnell es geht dem Tierarzt vorzustellen. Dieser kann entscheiden ob der Fremdkörper mittels Erbrechen lassen oder evtl mit einer Magenspiegelung entfernt werden kann. Dies ist bis zu 4 Stunden nach Aufnahme möglich, danach wandert der Fremdkörper meistens in den Darm und eine Operation ist nötig um Diesen zu entfernen. 🐈🐕

Wenn man sich nicht sicher ist, ob sein Tier etwas aufgenommen hat, kann man eine Röntgenaufnahme anfertigen. Steine, Knochen, oder metallische Gegenstände können so gefunden werden. Leider sieht man aber nicht alle Fremdkörper und so muss man evtl. noch andere Untersuchungen, wie Kontrastmitteluntersuchungen oder Ultraschall durchführen. 🔬🩸

Seid also bitte vorsichtig was ihr so zu Hause rumliegen lasst und gebt Acht bei der Spielzeugwahl um solche Situationen zu vermeiden. 😊

Euer KleintierZentrum Münchberg

24. Februar 2025 by Alexandra Haber 0 Comments

Notfälle – Emergency

Da uns dieses Thema sehr am Herzen liegt, würden wir euch
gerne ein paar Dinge zum Notdienst erklären.

Grundsätzlich ist es bei uns so geregelt, dass es nachts ab
19 Uhr bis morgens um 7 Uhr und das ganze Wochenende einen Ringnotdienst gibt (
www.tbv-oberfranken.de ). Dieser beinhaltet
bei uns die Landkreise Hof und Wunsiedel. Daher kann es leider einmal sein,
dass ihr eine etwas längere Strecke zum diensthabenden Nottierarzt auf euch nehmen
müssen. Die nächsten Tierkliniken in unserer Umgebung, die 24/7 erreichbar sind
befinden sich in Nürnberg, Leipzig oder München.

Der Ringnotdienst bedeutet für uns Tierärzte eine ZUSÄTZLICHE
Arbeitszeit. Die wenigsten von uns haben am nächsten Tag frei und gehen ganz
normal um 8 Uhr oder früher wieder ihrer normalen Praxiszeit nach. Wir
Tierärzte sind aber gerne bereit diese zusätzlichen Dienste abzudecken um eine
Notfallversorgung in der Region zu gewährleisten.

Was uns aber sehr wichtig ist, dass diese Notfallversorgung
nicht ausgenutzt wird.

Das bedeutet, dass wir jederzeit gerne für ECHTE Notfälle da
sind, ein Hund der aber bereits seit 3 Wochen Durchfall hat und seit 5 Tagen
nicht frisst, sollte bitte einfach früher in der normalen Sprechstunde
vorgestellt werden. Nicht nur, dass der Notdienst um einiges teurer ist (Notdienstgebühr
50 €, Leistungen werden mindestens im doppelten Gebührensatz abgerechnet), auch
die Möglichkeiten im Notdienst sind natürlich eingeschränkt. So ist im
Normalfall nachts um 2 Uhr keine Tiermedizinische Fachangestellte mit in der
Praxis, die bei der Untersuchung und beim Festhalten des Tieres assistieren könnte
und auch die diagnostischen Möglichkeiten sind eingeschränkt. Bitte beachtet
auch, dass wir Tierärzte in der Zeit des Ringnotdienstes nicht immer vor Ort
sind und kündigt euch in jedem Fall vorher telefonisch an, sonst könnte es
sein, dass ihr vor verschlossener Tür steht.

Wir haben für unser Kleintierzentrum beschlossen, dass wir
auch außerhalb unserer regulären Ringnotdienste versuchen, so gut es geht für
euch erreichbar zu sein.

Jedoch sind auch wir nur Menschen und auch wir müssen auf
unsere Gesundheit achten. Daher kann es auch mal sein, dass ihr uns nicht
erreicht, weil unsere Kapazitäten einfach erschöpft sind.

Bitte seid uns dann nicht böse und probiert es einfach beim
Ringnotdienst. Dort solltet ihr auch nicht gleich aufgeben, wenn ihr nicht beim
ersten Anruf jemanden erwischt. Meistens rufen die Kollegen zurück oder ihr
probiert es einfach noch einmal. Der Kollege ist wahrscheinlich gerade in der Behandlung
mit einem anderen Tier beschäftigt und kann den Anruf deshalb nicht sofort
entgegennehmen.

Hier nochmal unsere Notdienstzeiten: (09251-8798800)

Montag bis Freitag ab 19 Uhr

Samstag 9 Uhr bis 10 Uhr Notfallsprechstunde (keine
Notdienstgebühr, aber telefonische Voranmeldung)

Samstag und Sonntag ab 18 Uhr und Sonntags von 9 Uhr bis 10
Uhr

Wir wünsche euch und euren Fellnasen natürlich, dass ihr nie
in eine Notsituation kommt, ansonsten wisst ihr nun wo ihr euch hinwenden könnt.

Euer KleintierZentrum Münchberg-Team

30. Januar 2025 by Alexandra Haber 0 Comments

Atemnot bei der Katze!!

Leider werden uns immer wieder Katze vorgestellt, die schon seit mehreren Tagen oder sogar Wochen Probleme mit der Atmung haben. Dies kann verschiedene Ursachen haben.

Nicht nur Lungenödeme, Asthma oder Lungenentzündungen können hier der Grund sein, sondern vor allem auch Thoraxergüsse, die z.B. durch Herzprobleme oder Tumoren ausgelöst werden können.

Thoraxerguss bedeutet, dass nicht IN der Lunge, sondern zwischen Lunge und Brustwand Flüssigkeit eingelagert ist. Das heißt, dass die Ausfaltung der Lunge eingeschränkt wird, was zu extremer Atemnot bis hin zum Tod führen kann.  Bitte achtet gerade bei älteren Katzen immer auf die Atmung. Gerade wenn sie schlafen ist es eine gute Möglichkeit einmal die Atmung zu zählen (Atemfrequenz maximal 30 pro min) und auch die Art der Atmung zu überprüfen. Eine vermehrte Atmung über den Bauch ist NICHT normal für eine Katze. Bitte wartet nicht zu lange, wenn euch etwas auffällt. Katzen sind stille Leider und oft werden uns die Katzen erst vorgestellt, wenn sie mit Maulatmung und blauer Zunge auffallen, zu diesem Zeitpunkt ist die Erkrankung, aber leider schon sehr fortgeschritten.

Die erste Hilfemaßnahme bei Katzen mit Thoraxerguss ist die Flüssigkeit aus dem Brustkorb abzuziehen, damit die Lunge wieder Platz bekommt, sich auszudehnen. Danach sollte herausgefunden werden, warum es zum Thoraxerguss gekommen ist. Je nachdem kann man dann mit verschiedenen Behandlungsansätzen den Patienten versuchen stabil zu bekommen. Wie lange so eine Erkrankung allerdings stabil bleibt kann keiner voraussehen. Leider gibt es auch immer wieder Fälle bei denen eine Euthanasie nötig ist.

Solltet ihr Fragen zum Thema haben oder euch die Atmung eurer Katze komisch vorkommen bitte meldet euch, damit es nicht zum Notfall wird

Euer KleintierZentrum Münchberg Team

20. Januar 2025 by Alexandra Haber 0 Comments

Ernährungsberatung – Sophia Hinterkausen

️ Aufgepasst!!!

🐾 Wir haben Neuigkeiten für euch!!! 🐾

Unsere Sophia hat sich letztes Jahr fleißig fortgebildet und
unterstützt uns nun in der Ernährungsberatung von Hund und Katze. 🐈🐕

Sophia kann euch nicht nur bei medizinisch induzierten
Futtermittelumstellungen, wie Futtermittelallergien, Nieren oder
Leberproblemen, sondern auch bei Gewichtsproblemen eurer Vierbeiner
unterstützen.

Gerne könnt ihr hierfür Beratungstermine vereinbaren und so
mit ihr einen optimalen Ernährungsplan für eure Fellnasen erstellen oder
wertvolle Tipps zur Gewichtsreduktion erfahren.

Meldet euch gerne bei uns für Fragen zum Thema Ernährung 😊

Euer Kleintierzentrum Münchberg-Team

28. November 2024 by Alexandra Haber 0 Comments

Auch Hunde und Katzen müssen zum Zahnarzt

Nicht nur wir Menschen profitieren von einer regelmäßigen Zahnuntersuchung und Vorsorge beim Zahnarzt, auch unsere Vierbeinigen Familienmitglieder sollten zumindest bei der jährlichen Impfung auf Zahnprobleme untersucht werden.
Am Allerbesten wäre es natürlich, wenn man schon bei den Welpen übt, regelmäßig ins Maul zu schauen und im Idealfall sogar Zähne zu putzen. Auch Hunde und Katzen neigen zu Zahnsteinbildung und eine Zahnpflege beugt diesem vor und kann frühe Zahnprobleme vermeiden oder zumindest hinauszögern. Leider lassen sich viele Tiere aber nicht gerne die Zähne putzen und so ist es gerade bei den Jungen wichtig, dies gleich von Anfang an zu üben. Es gibt verschiedene Zahnpflegeprodukte, wie Fingerlinge, oder spezielle Zahnbürsten mit denen man arbeiten kann.
Nichts desto trotz kann man eine Zahnsteinbildung aber nie ganz verhindern und früher oder später ist es meistens trotzdem nötig eine Zahnsteinentfernug mittels Ultraschall in Narkose durchzuführen. Dabei wird der Zahnstein entfernt und danach die Zähne wieder poliert. Man sondiert die Taschentiefe der Zähne und kontrolliert die Wurzeln im besten Fall mit Dentalröntgen um abzuklären, ob schon irgendwelche Zähne extrahiert werden müssen.
Bei so einer Narkose werden unsere Patienten komplett gemonitort. Das heißt sie bekommen nicht nur einen Venenkatheter und einen Tubus, sondern hängen zusätzlich auch am EKG, an der Blutdruckmessung, bekommen eine Temperatursonde und die Sauerstoffsättigung wird gemessen, um eine möglichst sichere Narkose zu gewährleisten. Sollte die Narkose länger dauern, haben wir auch die Möglichkeit ihre Lieblinge an die Inhalationsnarkose zu hängen. Sollten Zähne gezogen werden müssen, bekommen die Fellnasen zusätzlich eine Lokalanästhesie.
Wenn Zähne gezogen werden müssen, wird das Zahnfleisch im Nachhinein vernäht, um eine schnellere Heilung zu gewährleisten.
Vor allem bei älteren Tieren, die sich keine Zähne putzen lassen, sehen wir leider immer mehr sehr schlechte Gebisse. Oft haben die Tierbesitzer Angst vor einer Narkose im Alter. Die meisten Tiere profitieren aber stark von einer Zahnsanierung und selbst wenn viele Zähne gezogen werden müssen, kommen sie damit super zurecht und man merkt oft erst im Nachhinein wieviel Schmerzen unsere Lieblinge dann doch hatten. Bei älteren Tieren ist es natürlich sinnvoll vor der Narkose eine Blut- und eine Herz-Kreislaufuntersuchung durchzuführen, um mögliche Erkrankungen auszuschließen. Sollte dies alles in Ordnung sein, steht einer Narkose nichts im Wege.
Natürlich gibt es auch bei unseren Vierbeinern eine Vielzahl an Zahnerkrankungen, wie Fehlstellungen, Autoimmunerkrankungen, etc. Darüber erzählen wir euch aber im nächsten Post noch mehr.

6. November 2024 by Alexandra Haber 0 Comments

Wenn der Kater nicht pinkeln kann….

Häufig erreichen uns Anrufe von besorgten Patientenbesitzern, deren Kater nicht oder nur tröpfchenweise pinkeln, mit der Frage, ob dies nun ein Notfall sei.

Am Telefon ist es für uns natürlich immer schwer einzuschätzen, ob das Tier sofort vorgestellt werden muss oder ob es auch erst am Nachmittag oder am nächsten Tag ausreicht. Generell ist es aber so, dass gerade bei männlichen Katzen eine solche Symptomatik zum echten Problem werden kann, weshalb wir solche Patienten immer gleich kommen lassen.

Im Besten Fall hat euer Liebling „nur“ eine einfache Blasenentzündung und es ist dann auch kein akuter Notfall. Im schlimmsten Fall leidet euer Vierbeiner aber unter dem sogenannten Feline Lower Urinary Tract Disease, kurz FLUTD. Dies bedeutet, dass euer Kater aufgrund eines mechanischen Verschlusses, durch z.B. Blasengries oder Steinchen oder aufgrund einer Schwellung im Harnröhrenbereich keinen oder nur sehr wenig Urin absetzen kann. Dies führt zu einer Stauung der Blase und zu einem Rückstau auf die Nieren, was bei zu spätem Bemerken im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Die Blase kann platzen und/oder die Nieren enormen Schaden nehmen. Bei Kätzinnen ist dies nicht der Fall, da sie eine viel kürzere und breitere Harnröhre haben und dadurch äußerst selten solche Probleme vorkommen. Wenn ihr also merkt, dass euer Kater häufig das Katzenklo besucht, drückt und es kommen nur Tröpfchen oder gar kein Urin, dann nichts wie los zum Tierarzt. Dort kann man dann erörtern, ob es sich wirklich um ein FLUTD-Syndrom oder nur eine einfache Blasenentzündung handelt.

Das FLUTD-Syndrom kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden. Die häufigste Ursache sind Blasensteine/-gries. Um dies herauszufinden brauchen wir Urin von euerem Vierbeiner und evtl. eine Bildgebung, wie Röntgen oder Ultraschall. Es gibt verschiedene Arten von Steinen/Gries, die durch eine Veränderung des pH-Wertes in der Blase verursacht werden. Je nachdem welche Art es ist gibt es verschiedene Therapieansätze, wie Futterumstellung, Ansäuern des Urins, etc.

Sollten große Steine in der Blase sein ist evtl. auch eine Operation nötig.

Manche Kater haben keinen Gries und bekommen trotzdem das FLUTD-Syndrom dies ist dann idiopathisch, also noch nicht ganz geklärt warum sie das bekommen. Stress spielt aber dabei sicherlich auch eine große Rolle. Katzen sind generell sehr stressanfällig und schon kleine Veränderungen, die ihr selber oft gar nicht bemerkt, kann für eine Katze schon großen Stress bedeuten.

Solltet ihr also einen Kater haben, der sich beim pinkeln schwertut, bitte nicht zu lange warten und lieber einmal zu früh als zu spät zum Tierarzt gehen!